Porsche · Digitale Pressemappe

1982 bis 1987
Beflügelte Siegesserie
Beflügelte Siegesserie
Le Mans 1982; Porsche-Rennfahrer Jacky Ickx und Derek Bell auf Porsche 956 LH, 1. Pl. Ges.kl.
956 – 961 – 962 C: Dreifachsieg zum Karrierestart – Neun Porsche in den Top Ten – die schnellste Runde der Geschichte – Hightech mit Allrad im Härtetest
Am 27. März 1982 dreht ein revolutionärer Rennwagen in Weissach die ersten Proberunden. Es ist der Porsche 956. Nach den technischen Regeln der neuen „Gruppe C“ konzipiert und verwirklicht, ist dies der erste Rennwagen aus Weissach mit einem Aluminium-Monocoque-Chassis, das 80% steifer als der Rahmen des 936 ausfällt. Die Karosserie stellt im Sportwagenbereich eine Revolution dar: Umgedrehte Flügelprofile in den Seitenkästen und der speziell gestaltete Unterboden saugen das Auto durch den aerodynamischen Bodeneffekt (ground effect) bei der Fahrt auf die Streckenoberfläche. Porsche hat hier nach intensivser Forschung ein in der Formel 1 verwendetes Prinzip abgewandelt und für Sportwagen verwirklicht. Angetrieben wird der laut Reglement 800 Kilogramm schwere 956 vom gleichen 2,65-Liter-Doppelturbo wie der 1981 siegreiche 936. Mit Ausnahme dieses rund 620 PS (456 kW) starken Motors ist an dem Rennwagen alles neu entwickelt. Am 20. Juni feiert Porsche mit dem 956 einen triumphalen Dreifachsieg in Le Mans: Jacky Ickx und Derek Bell gewinnen von Startplatz eins nach einem problemlosen Rennen vor Jochen Mass und Vern Schuppan sowie Hurley Haywood, Al Holbert und Jürgen Barth. Die Analyse des Rennens zeigt, dass der Neue dank seiner ausgefeilten Aerodynamik bei höherer Durchschnittsgeschwindigkeit als der 936 deutlich weniger Treibstoff konsumierte. Ein Erfolg in typischer Porsche-Manier. Der Sieg einer neuen Idee und erste Plätze in sämtlichen Klassen macht diesen 20. Juni zu einem besonderen Tag in der Motorsportgeschichte von Porsche.

Porsche hat den 956 für 1983 auch den Kundenteams zugänglich gemacht und Le Mans wird zu einem Festival des innovativen Rennwagens aus Weissach. Neun 956 kommen in den Top Ten ins Ziel. Nur der neunte Rang geht an einen Sauber-BMW. Die überlegenen 956 sorgen für reichlich Action auf der Strecke: Nach einem Kampf auf Biegen und Brechen mit 25 Führungswechseln in 24 Stunden gewinnen Al Holbert, Hurley Haywood und Vern Schuppan im Werks-956 mit 64 Sekunden Vorsprung auf die Trainingsschnellsten Jacky Ickx und Derek Bell im zweiten 956 des Werksteams. Mario und Michael Andretti fahren mit Philippe Alliot auf Platz drei. Vor dem Sieg steht für Holbert, Haywood und Schuppan eine Zitterpartie: Am Sonntagnachmittag verliert ihr 956 während der Fahrt eine Tür, was den Luftstrom zu einem der Wasserkühler störte und die Temperaturen einer Zylinderbank in ungesunde Regionen ansteigen ließ. In der Schlussphase stirbt der Motor gar zeitweilig ab. Holbert rettet seinen Sieg knapp vor dem heranstürmenden Bell über die Linie. Sein 956 hätte nach einhelliger Meinung der Techniker eine weitere Runde nicht überstanden.

Zwar fährt Alessandro Nannini 1984 in einem Lancia LC 2-84 die schnellste Rennrunde, aber nach 24 Stunden auf dem Circuit de la Sarthe ist die Überlegenheit des „Flügelautos“ von Porsche ungebrochen. Klaus Ludwig und Henri Pescarolo gewinnen auf einem 956 von Joest Racing vor sechs weiteren Porsche 956 – alle eingesetzt von Kundenteams. Der Prestigekampf unter den Kundenteams macht das Rennen zu einem echten Krimi. Die Statistik verzeichnet acht verschiedene Spitzenreiter, wobei die Lancia für lange Zeit das hohe Tempo mitgehen, bis Getriebeschäden die Italiener zurückwerfen. Das Werk ist aus Protest gegen eine kurzfristige Regeländerung zu Benzinverbrauch und Gewicht nicht am Start: Der Welt-Sportverband hatte eine Reduzierung des zulässigen Benzinverbrauchs um 15% angekündigt. Porsche hatte daraufhin den 2,65-Liter-Motor mit großem Aufwand optimiert. Erst Mitte März – zu spät für eine einsatzbereite neue Lösung – nimmt der Weltverband „FISA“ die Änderung zurück.

Die Werksteams von Porsche, Aston Martin, Jaguar, Lancia und Peugeot bilden 1985 ein beeindruckendes Starterfeld. Porsche setzt den 962 C als Nachfolger des 956 ein. Die Vorderachse des neuen Rennwagens ist den Regeln der amerikanischen IMSA folgend um zwölf Zentimeter nach vorne verlegt. Der auf 2,77 Meter verlängerte Radstand verändert den vorderen Überhang und macht eine Überarbeitung der Gesamt-Aerodynamik nötig. Durch die reglementsbedingt schmaleren Reifen kann die „Venturi“-Luftführung unter dem Wagen um fünf Zentimeter breiter ausfallen. Im Qualifying setzt Porsche auf einen wassergekühlten Dreiliter-Turbo mit rund 700 PS (515 kW). Hans-Joachim Stuck dreht die schnellste jemals in Le Mans gefahrene Runde. Seine Zeit von 3:14.80 Min. entspricht einem Durchschnitt von 251,815 km/h. Damit übertrifft er den bis dahin stehenden Rekord von Jackie Oliver, der 1971 mit dem mächtigen 917 Langheck 250,475 km/h erreicht hatte. Im Rennen aber fährt der 956 des Joest Racing Teams in einer eigenen Welt. Klaus Ludwig, Paolo Barilla und Louis Krages („John Winter“) schlagen trotz dem vom Veranstalter erneut reduzierten Treibstoffverbrauch ein extrem hohes Tempo an, führen 23 Stunden und gewinnen klar. Nur Richard Lloyds 956, gefahren vom Eigner sowie Jonathan Palmer und James Weaver, vermag dem Joest-Porsche anfangs Paroli zu bieten und wird zweiter vor dem Werks-962 C mit Bell, Stuck und Ickx. Mit diesem zehnten Gesamtsieg verdrängt Porsche Ferrari von Platz eins der Siegerliste. Joest Racing zieht mit dem zweiten Sieg in Folge für ein Chassis (Nr. 117) mit Ford (1968/69) und Bentley (1929/30) gleich.

Ein weiteres grandioses Jahr für Porsche kommt 1986 – und das bei zunehmend starker Konkurrenz vor allem von Jaguar und Sauber-Mercedes. Derek Bell, Hans-Joachim Stuck und Al Holbert holen im Werks 962 C den elften Gesamtsieg vor dem 962 C von Brun Motorsport und einem 956 von Joest Racing. Wieder fahren neun Porsche in die Top Ten. Unter ihnen befindet sich der erste und einzige allradgetriebene Rennwagen, der in Le Mans über die Ziellinie fährt. Es ist der 961, die Rennversion des 959 mit Allradantrieb, Register-Turboaufladung und etlichen weiteren technischen Features. Der Hightech-Rennwagen fährt unter René Metge und Claude Ballot-Lena auf den siebten Gesamtrang und gewinnt die IMSA/GTX-Klasse. Erstmals nimmt auch ein Porsche mit dem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe Le Mans unter die Räder. Der Werks-962 C mit der Startnummer 3 fällt allerdings aus, als sich eine Schraube an der Hauptwelle zwischen Motor und Getriebe lockert. Das Rennen wird vom tödlichen Unfall des Österreichers Jo Gartner überschattet, der in der Nacht mit einem 962 C des Kremer Racing Teams von der Strecke abkommt.

Kampf um den Sieg zwischen den Porsche 962 C und den Jaguar XJR-8LM – das ist die Prognose für das Rennen 1987. Die britischen Rennwagen sind in der Weltmeisterschaft so gut wie unschlagbar. Aber Le Mans ist eine ganz andere Geschichte. Derek Bell, Hans-Joachim Stuck und Al Holbert gewinnen. Wobei dieser Erfolg manche dramatische Vorgeschichte hat. Es fing schon bei Tests in Weissach an, als Hans-Joachim Stuck das Auto von Jochen Mass zerstört. Mass bekommt daraufhin Stucks Wagen. In Le Mans verringert Price Cobb die Porsche-Flotte im Training um einen Rennwagen, als er den 962 C irreparabel in die Leitplanken fährt. Bereits 30 Minuten nach dem Start rollt Jochen Mass mit einem Motorschaden durch schlechtes Benzin aus – ein Schicksal, das auch etliche Kunden-Porsche treffen wird. Stuck/Bell/Holbert fahren mit neu eingestellter Elektronik weiter, haben allerdings bei der Justierung in der Box Zeit verloren. Jetzt führen die Jaguar. In der Nacht fährt Stuck drei Stints in Folge, legt ein mörderisches Tempo vor und übergibt den Porsche am Morgen in Führung liegend an seine Teamkollegen. Durch einen Reifenschaden mit folgendem Unfall und eine defekte Zylinderkopfichtung fallen zwei Jaguar aus; der dritte läuft zu einem Getriebewechsel die Boxen an. Der 962 C des Werksteams fährt problemlos durch. Das Rennen ist entschieden. Auch der zweite Platz geht an einen Porsche. Es ist der 962 C des Obermaier-Teams mit Jochen Lässig, Pierre und Bernard de Dryver.

Mission 2014. Our Return.
Countdown für 2014
Es war die Nachricht, auf die Motorsportfans in aller Welt gewartet haben: Porsche kehrt 2014 mit einem neu entwickelten LMP1-Sportprototypen zu den 24 Stunden von Le Mans und in die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC zurück. mehr ...
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Die Le Mans Rennstrecke von 1951 bis 2013
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